Bürgergemeinde Basadingen-Schlattingen
BGBS.ch
Flechtenpfad.ch

Flechtenbeschreibung Station 12 bis 14

12 - 14 Eiche mit verschiedenen seltenen Flechten im Kronenbereich
Das reiche Vorkommen der seltenen Flechten weist auf einen naturnahen Waldbau hin, wie er im Mittelland heute nur noch an wenigen Orten anzutreffen ist

 

 

12 Usnea florida
(Reichblütige Bartflechte; Status Rote Liste: stark gefährdet)

Schon aus Entfernung ist an Ästen im Kronenbereich ein büscheliger Bewuchs zu erkennen. An zu Boden gefallenen Ästen konnten Bartflechten der Gattung Usnea bestimmt werden. Neben Usnea florida mit ihren grossen, tellerförmigen Fruchtkörpern wurden Arten mit Soralen oder Isidien gefunden: Usnea ceratina (Horn-Bartflechte), Usnea fulvoreagens (Braungelbe Bartflechte), Usnea glabrata (Glatte Bartflechte), Usnea subfloridana (Buschige Bartflechte), wasmuthii (Wasmuths Bartflechte).
Usneen enthalten Usninsäure, ein wirksames Antibiotikum.

*Die Arten sind heute im Mittelland selten geworden und gelten teils als gefährdet. Sie wurden durch Luftverschmutzung und intensive Waldwirtschaft verdrängt. Dicht mit Bartflechten behangene Bäume findet man noch in Gebirgswäldern.

 

13 Peltigera collina
(Status Rote Liste: potentiell bedroht)

Von dieser Laubflechte wurden nur kleine Fragmente am Boden gefunden. Die Ränder ihrer hellgrauen, feucht schwarzgrauen Lappen sind mit isidiösen Soralen besetzt. Dunkle Adern überziehen die helle Unterseite.

*seltene, gefährdete Art

 


14 Lobaria scrobiculata (Grubige Lungenflechte; Status Rote Liste: stark gefährdet, geschützt nach NHV)

Auch von dieser Laubflechte wurden verschiedene Fragmente am Boden gefunden. Ihre Oberseite mit den grauen Soralen ist trocken hell gelbgrau, feucht bleigrau. Die Unterseite ist bräunlich behaart mit hellen filzfreien Stellen. Die Flechte lebt in feuchten Gebieten an ungestörten Standorten.

*sehr seltene Art, vom Aussterben bedroht. Auch gesamteuropäisch steht sie auf der Roten Liste. Übliche forstwirtschaftliche Eingriffe führen zum Verschwinden der Flechte. Gegenüber Luftschadstoffen ist sie äusserst empfindlich. Verschiedentlich wird heute versucht, seltene Flechten wie Lobarien durch Transplantation an geeigneten Standorten künstlich neu anzusiedeln.




Verfasserin: Helen Hilfiker, 8500 Frauenfeld
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