Bürgergemeinde Basadingen-Schlattingen
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Flechtenpfad.ch

Flechtenbeschreibung Station 9 und 11

15 Lobaria pulmonaria
(Echte Lungenflechte; Status Rote Liste: verletzlich, geschützt nach NHV)

Der Name weist auf die frühere Verwendung der Flechte in der Homöopathie hin. Die sehr grosse, trocken graugrüne, feucht leuchtend grüne Laubflechte ist mit ihren breiten Lappen im oberen Stammbereich auch aus Entfernung gut erkennbar. Ihre Oberfläche ist grubig, netzrippig. Grobkörnige Sorale, teils auch Isidien säumen Ränder und Leisten. Die Unterseite ist behaart mit kahlen vorgewölbten Flecken. Die Fruchtkörper sind rotbraun.
Sie werden nur selten unter besonders günstigen Umweltbedingungen ausgebildet. Die Flechte lebt an luftfeuchten Standorten in ungestörten Wäldern.

*seltene Art, früher auch im Mittelland weit verbreitet, heute dort gefährdet und oft geschädigt. Grosse, fruchtende Exemplare sind nur noch selten zu finden. Sehr empfindlich gegen forstliche Eingriffe und Luftschadstoffe.

 

16 Naturnahe Waldwirtschaft

Im naturnahen Waldbau wird auf Kahlschlag verzichtet. Die jungen Bäume wachsen meist nach natürlicher Ansamung im Schutz der grossen Mutterbäume. Auf der ganzen Fläche sind jung und alt, Licht und Schatten mosaikartig verteilt. Dadurch bleibt ein ausgeglichenes Waldklima erhalten, was von den Waldbewohnern, insbesondere auch von Flechten, sehr geschätzt wird. Tote Bäume sind lebenswichtig für viele Insekten und Pilze aber auch für Vögel wie zum Beispiel Spechte; darum werden sie absichtlich stehen gelassen.

Verfasserin: Helen Hilfiker, 8500 Frauenfeld
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