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Allgemeines über Flechten

Flechten - wenig beachtet, aber faszinierend !

Vielfalt und Schönheit der Formen und Farben verdienten unsere Aufmerksamkeit; doch viele Flechten haben nicht einmal deutsche Namen. Nur wenige wirtschaftlich genutzte oder besonders auffällige Vertreter sind auch unter volkstümlichen Namen bekannt.

Auf den ersten Blick erahnen wir nicht, dass Flechten keine einheitlichen Organismen sind.
Unter dem Mikroskop erst zeigt sich, dass es sich um zwei Individuen handelt: Ein Pilz und eine Alge leben in Symbiose; beide Partner profitieren voneinander. Der Pilz bildet den Flechtenkörper. Er nimmt Wasser aus Tau und Regen, Nebel und Luft auf. Er bietet der Alge Schutz vor Austrocknen und mechanischer Schädigung. Die Alge liefert Nahrung, da sie fähig ist, Zucker aufzubauen (Photosynthese).

Dank dieser Zusammenarbeit, die für beide Partner eine Verbesserung der Lebensbedingungen bringt, sind Flechten sehr genügsam und können als Pioniere karge Standorte besiedeln, die für höhere Pflanzen kaum bewohnbar sind.

Das Gleichgewicht der Lebensgemeinschaft ist aber wenig stabil; Flechten können auf Umweltver-änderungen sehr empfindlich reagieren. Die Intensivierung der Land- und Forstwirtschaft aber auch die Schadstoffbelastung der Luft haben zum Verschwinden vieler Flechten geführt. Umgekehrt liefern Flechten Hinweise auf den Zustand der Umwelt; sie sind deshalb als Bioindikatoren geeignet.

Einige Fachausdrücke

Flechten entwickeln eine unglaubliche Formenvielfalt:

  • Strauchflechten (Abb. 1, 2) stehen von der Unterlage ab oder hängen. Oft sind sie strauchartig verzweigt.
  • Bartflechten (Abb. 12) sind Strauchflechten, die aus dünnen Fäden bestehen, welche ihnen ein bartähnliches Aussehen verleihen.
  • Laubflechten (Abb. 8, 9, 13-15) sind blättrig gelappt und haften ihrer Unterlage locker an.
  • Krustenflechten (Abb. 3-7, 10) sind mit der Unterlage eng verwachsen und lassen sich kaum unzerstört ablösen.

Vermehrung

  • Bei der ungeschlechtlichen Fortpflanzung werden Pilz und Alge gemeinsam verbreitet: Sorale (Abb. 1, 2, 7) sind staubartige Aufbrüche der Oberfläche. Die „Staubkörnchen“, Soredien, bestehen aus Algengruppen, die von Pilzfäden umsponnen sind. Isidien sind kleine, kugelige, stift- oder auch schuppenförmige Auswüchse des Flechtenkörpers. Sie können bei geringem mechanischem Druck abbrechen. Isidien wie Soredien wachsen unter geeigneten Bedingungen zu neuen Flechten heran.
  • Bei der geschlechtlichen Fortpflanzung ist nur der Pilzpartner beteiligt:
    Fruchkörper (Abb. 4-6, 9-12, 15), enthalten Pilzsporen. Damit aus diesen neue Flechten
    entstehen, muss erst der passende Algenpartner gefunden werden.
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